Der Copenhagenize-Index

Was ist der Copenhagenize Index?

Der Copenhagenize-Index ist eine Kennzahl, um die Bemühung von Städten zu messen, den Radverkehr und seine Bedeutung im gesamten Straßenverkehr zu fördern. Der Index wurde von der Copenhagenize Design Company eingeführt, einem Beratungsunternehmen aus – na? – genau: Kopenhagen!

2011 wurde der Index zum ersten Mal für 80 Städte weltweit berechnet, 2013 waren es 150. Zuletzt wurden in 2015 122 Städte untersucht. Grund für die geringere Anzahl war die Anpassung einiger Auswahlkriterien. Da die Agentur die Ergebnisse letztendlich  zu gewerblichen Zwecken nutzt, zum Beispiel als Grundlage für Beratung oder Planung, wird jährlich immer nur die Top-20 des Rankings veröffentlicht.

Deutschlands Fahrradpolitik im weltweiten Vergleich

Drei deutsche Großstädte sind unter den Top-20 vertreten: Berlin, Hamburg und München.

Verglichen mit anderen Großstädten steht Deutschland gar nicht so schlecht da: So waren diese drei Städte 2011 noch auf Platz 5, 6 und 11. Allerdings sind sie im Laufe der letzten Jahre immer weiter nach unten gesunken. München hat die Top-20 in 2015 sogar ganz verlassen. Für Berlin besteht hingegen wieder Hoffnung. Mit dem 2016 gewählten Rot-Rot-Grünen Senat und dem verabschiedeten Koalitionsvertrag des Dreier-Bündnisses bekommt auch der Radverkehr schließlich wieder mehr Zuwendung. Beispielsweise sind erste Projekte, wie das Modellprojekt Frankfurter Allee fest in Planung.

Wir errechnet sich der Copenhagenize-Index?

Alle zwei Jahre werden Städte mit mehr als 600.000 Einwohner anhand eines „Leistungskataloges“ bewertet. Dabei handelt es sich um 13 Kriterien für die zwischen 0 und 4 Punkte vergeben werden. Zwölf Zusatzpunkte können für besondere Anstrengungen vergeben werden, was dem Index leider einen subjektiven Beigeschmack einbringt. Insgesamt können also 64 Punkte erreicht werden. Der endgültige Index wird in Prozent angegeben, wobei 100% der Höchstpunktzahl von 64 Punkten entsprechen.

Welche Kriterien beinhaltet der Copenhagenize-Index?

  1. Interessenvertretung: Wie viel Einfluss haben NGOs auf die Verkehrspolitik der Stadt?
  2. Fahrrad-Kultur: Wird das Stadtbild von Fahrrädern geprägt?
  3. Fahrrad-Einrichtungen: Gibt es Fahrradständer, Parkmöglichkeiten, (Treppen-) Rampen, Transportmöglichkeiten im ÖPNV?
  4. Fahrrad-Infrastruktur: Gibt es vom Auto-Verkehr getrennte Radwege und Rad-Schnellwege?
  5. Leihräder: Gibt es Leihfahrrad-Systeme?
  6. Geschlechterverteilung: Fahren auch viele Frauen mit dem Rad?
  7. Anteil Radverkehr am Model Split: Welchen Anteil hat das Fahrrad am Gesamtverkehr?
  8. Entwicklung des Anteils Wie hat sich der Anteil am Gesamtverkehr seit 2006 entwickelt?
  9. Subjektives: Sicherheit-Gefühl auf Seiten der Radfahrer – wird das Fahrradfahren als sicher wahrgenommen?
  10. Politik: Wie ist das politische Klima?
  11. Gesellschaftliche Akzeptanz: Wie wird das Fahrrad von Nicht-Radfahrern akzeptiert?
  12. Stadtplanung: Gibt es innerhalb der Stadtplanung genügend Fahrrad-Experten?
  13. Verkehrsberuhigung: Werden Tempo-30 Zonen ausgewiesen?

 

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