Betrunken Fahrrad fahren

Vielen Radfahrern dürfte nicht bewusst sein, dass betrunken Fahrrad fahren eine Straftat sein kann. Die vermeintlich clevere Absicht, dass Auto gegen ein Fahrrad getauscht zu haben um dafür mehr trinken zu können, ist falsch. In der Rechtssprechung ist hier von Blutalkoholkonzentration (BAK) die Rede, also der Anteil von Alkohol im Blut. Da diese in Gramm pro Liter bzw. Kilogramm (entspricht 1.000 Gramm) gemessen wird, hat sich umgangssprachlich der Begriff Promille („pro Tausend“) durchgesetzt.

Betrunken Fahrrad fahren

Betrunken Fahrrad fahren

Wie hoch ist die erlaubte Promillegrenze für Radfahrer?

Genauso wie bei Autofahrern gibt es auch für Radfahrer eine Grenze für die Konzentration von Alkohol im Blut, die Promillegrenze. Denn auch Fahrräder sind Fahrzeuge, mit denen man öffentlichen Verkehrsraum nutzt.  Zunächst muss man zwischen der absoluten und der relativen Fahruntauglichkeit unterscheiden. Die absolute Fahruntauglichkeit hat der Gesetzgeber bei 1,6 Promille festgelegt. Die relative Fahruntauglichkeit beginnt laut Gesetz bereits bei 0,3 Promille. Fällst du durch deine Fahrweise auf oder bist gar in einen Unfall verwickelt, droht eine Strafanzeige.  Zum Vergleich: für Autofahrer beginnt die absolute Fahruntauglichkeit bei 1,1 Promille, die relative Fahruntauglichkeit beginnt ebenfalls bei 0,3 Promille. Bei 0,5 Promille kann aber bereits eine Ordnungswidrigkeit vorliegen.

Straftat trotz geringem Alkoholpegel

Selbst wenn du mit z.B. 0,4‰ die Promillegrenze von 1,6‰ weit unterschreitest, kann dir bereits die kleinste Nachlässigkeit als Straftat angelastet werden.

Wie die Missachtung eigentlich einfacher Verkehrsregeln. Dazu gehört ganz z.B. offensichtlich das Überfahren einer roten Ampel, aber auch das Fahren auf dem Bürgersteig oder natürlich auch das Fahren in Schlangenlinien.

Welche Strafen gibt es für Radfahren unter Alkoholeinfluss?

Die Strafen für betrunken Fahrradfahren sind denen für Alkohol hinter dem Steuer ähnlich. Wer im Besitz eines Führerschein ist, muss damit rechnen, diesen abgenommen zu bekommen. Auch wenn man mit dem Fahrrad unterwegs war!

Die Konsequenz  beim Überschreiten der 1,6 Promillegrenze sind:

  • 3 Punkte im Zentralverkehrsregister in Flensburg
  • eine MPU (Medizinisch-Psychlogische Untersuchung)
  • sowie eine Geldstrafe.

Ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,3‰ und auffälliger Fahrweise drohen bereits Ordnungswidrigkeitsverfahren oder sogar das Fahrverbot.

Zu beachten ist außerdem die zivilrechtliche Bedeutung: Wer schuldlos in einen Unfall verwickelt ist und dabei unter Alkoholeinfluss stand, muss  mit einer Teilhaftung rechnen. Die Versicherungen verweigern oder kürzen in solchen Fällen oft den Anspruch auf Schadensersatz.

Zusammenfassung

Eine Straftat liegt grundsätzlich ab 1,6 Promille vor. Bei auffälligem Verhalten kann auch ein Promillewert zwischen 0,3 und 0,6 zu einem Strafverfahren führen. Alkohol im Straßenverkehr birgt immer auch das Risiko, selbst in unverschuldeten Situationen, auf dem eigenen Schaden sitzen zu bleiben.

Weiterführende Informationen gibt es im Fahrrad Bußgeldkatalog.

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